Der UN-Weltwassertag 2026 steht unter dem Motto „Water and Gender“ und betont damit die zentrale Bedeutung einer sicheren, widerstandsfähigen und gerechten Wasserversorgung. Wasser ist die Grundlage für Gesundheit, Teilhabe und gesellschaftliche Entwicklung – in Deutschland wie weltweit.
Wachsende Herausforderungen: Schadstoffe, Klimawandel und alternde Infrastruktur
Klimawandel und zunehmende Extremwetterlagen erhöhen den Investitionsdruck erheblich:
Klimainduzierte Mehrkosten werden sich laut einer gemeinsamen Pilotstudie des BDEW und DVGW in den kommenden zehn Jahren deutlich erhöhen. Gleichzeitig erreichen vielerorts Leitungsnetze das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer. Für eine langfristig sichere Wasserversorgung braucht es deutlich mehr Tempo bei der Erneuerung – das zeigt das von BDEW und WVT initiierte Projekt „Investitionsstrategie zur Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft“, das auch vom DVGW unterstützt wird.
Parallel zählen PFAS-Belastungen weiterhin zu den größten technischen und finanziellen Herausforderungen der Wasserversorgung. Die Entfernung von PFAS erfordert aufwändige Verfahren wie Aktivkohle- und Membranfiltration. DVGW und BDEW fordern daher von der EU, das Verursacherprinzip konsequent umzusetzen, damit die Kosten nicht einseitig bei den Bürgerinnen und Bürgern verbleiben:
Wasser kennt keine Umleitung – jeder Aufschub erzeugt Generationenschulden.
„Water and Gender“: Chancengerechtigkeit in der Wasserwirtschaft stärken
Das diesjährige Motto unterstreicht: Wasserversorgung ist nicht nur eine technische, sondern auch eine
gesellschaftliche Aufgabe. Eine Kurzumfrage der DVGW Landesgruppe Nord unter niedersächsischen Wasserversorgungsunternehmen zeigt, dass der Frauenanteil in den Belegschaften meist zwischen 20 und
50 Prozent liegt. In Vorständen und Gremien sind Frauen weiterhin deutlich unterrepräsentiert, und nur wenige Unternehmen verfügen über Gleichstellungsbeauftragte.
Chancengleichheit ist nicht nur eine gesellschaftliche Notwendigkeit, sondern auch ein strategischer Erfolgsfaktor – etwa im Wettbewerb um Fachkräfte, für Innovationsfähigkeit und für resiliente Strukturen
im Krisenfall. Die Wasserwirtschaft ist eine zentrale Säule der öffentlichen Daseinsvorsorge und sollte Vielfalt und Chancengerechtigkeit auch in Führungs- und Entscheidungsstrukturen abbilden.
Der Weltwassertag 2026 verdeutlicht: Eine zukunftsfähige Wasserversorgung erfordert integriertes Handeln. Schadstoffeinträge müssen reduziert, klimaresiliente Infrastrukturen aufgebaut und Chancengerechtigkeit gestärkt werden. Nur so kann die Wasserversorgung dauerhaft sicher, leistungsfähig
und gesellschaftlich getragen bleiben.
Pressekontakt:
Dr. Steffen C. Steneberg
DVGW-Landesgruppe Nord
BDEW- Landesgruppe Norddeutschland
Normannenweg 34, 20537 Hamburg
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Tel.: 040/ 284114-0